
Fast jeder Wii-Besitzer ist auch ein Besitzer eines solchen Spieles. Diese Minispielsammlung, in der nicht viel Wert auf eine bombastische Grafik oder unvergessliche Charaktere, sondern vielmehr auf den schnellen Spielspaß mit Freunden, eben eine lustige Partie zwischendurch gelegt wird. Denn davon gibt es ja nun wirklich mehr als genug auf der Wii-Konsole. Ubisoft sind in diesem Gebiet dank der Rabbids-Serie ja inzwischen Veteranen, und aufgrund von Nintendos Zielgruppen-Expansion sahen die Zeiten für dieses Genre auch schon dunkler aus. Solange das ganze Geld einbringt, Grund genug noch einen Titel nachzulegen, dachte sich nun Ubisoft und präsentiert uns diesmal keine Hasen, sondern Flirt-Gewitter. Warum auch nicht?! Hauptsache man hat Spaß! Aber wieviel Spaß bringt euch Flirt-Gewitter? Ob ihr zuschlagen, oder eher die Entwickler schlagen solltet, erfahrt ihr im Folgenden.
Das „Spiel“ an sich
Im Grundaufbau ist Flirt-Gewitter recht überschaubar. Ihr wählt, ob ihr entweder alleine ( Was, um es der Einfachheit halber mal vorwegzunehmen, nicht mal für einen kurzen Augenblick unterhalten kann), oder mit bis zu drei weiteren partylustigen Individuen durch die virtuelle Hölle der Langeweile fuchtelt. Ja, dieses Spiel ist so langweilig, dass es im ersten Abschnitt dieses Tests bereits mehrfach erwähnt werden muss. Das hat diese Gründe: Das Spiel bietet euch weniger Abwechslung als ihr zunächst annehmen mögt. Nachdem ihr euch für eine Grundstimmung eurer Party, also „Frech“ oder „Überzeugend“ , was im Grunde nur ein Paket von Minispielen auswählt, entschieden habt legt ihr los, der Reihe nach ein Spiel zu wählen. Doch im Grunde beschränkt sich die Auswahl auf Tanzspiele, Quizze und verschiedenen Fuchteleinlagen, welche primitiver kaum sein könnten. Doch bis man ins Spiel kommt vergeht viel Zeit, denn das extrem langsame Spieltempo ist der zweite Grund für die Langeweile. Schon die Ladezeiten sind viel zu lang geraten. Dass diese mit Fun-Facts dekoriert sind, die sich schnell wiederholen, hilft da auch
nicht, den Unterhaltungswert in die Höhe zu treiben.
Das wäre ja alles halb so wild, wenn der Rest nicht genauso langsam ablaufen würde. Für jedes angefangene Minispiel schleichen die aus acht verschiedenen Avataren auswählbaren Polygon-Trantüten durch das Bild, und nach Abschließen des Minispiels passiert das Gleiche nochmal. Klingt alles viel harmloser als es ist, denn gerade in einem Partyspiel wünscht man sich einen flotten Ablauf. Passive und aktive Zeit halten sich etwa die Waage, wodurch das Spielen eine große Zeitverschwendung darstellt. Der ohnehin schon dürftige Spielinhalt wird dadurch einfach nur unerträglich.
Wenns dann mal los geht...
Da gibt es zum Beispiel die Tanzspiele. Hier sind immerhin einige bekannte Songs im Spiel, wenn auch nur in Coverversionen. Man streckt zum Steuern den Arm mit dem Controller in der Hand in die Richtung, die die Pfeile am Bildrand vorgeben. Wie in den Rabbids-Teilen also, simpel und ein sogar ein bisschen lustig. Die euch anleitenden Pfeile gibt es aber nur im sinnfreien Singleplayer-Modus, was bedeutet, dass sobald zwei oder mehr Menschen vor der Röhre hocken, sie dumm in eben diese kucken. Die merkwürdigen Bewegungen der Avatare in einen Tanz mit Controller-Neigungen zu transkribieren ist eine Kunst, welche zu meistern Otto Normalspieler nicht im Stande ist. Selbst wenn man versucht, den Arm immer in die spiegelverkehrt vorgegebene Richtung mitschwingen zu lassen, gewinnt am Ende der Spieler, der am meisten hampelt. Neben Tanzspielen, ist ein anderer Großteil der Software ein Quiz, welches euch in mehreren Ausführungen präsentiert wird. Euch sind immer drei Antwortmöglichkeiten gegeben und je schneller ihr euch festlegt, desto mehr Punkte kriegt ihr. Durch den zähen Spielfluss wirkt sowas wie ein Quiz in diesen Momenten leider eher einschläfernd als unterhaltsam, und auch hier wiederholt sich alles zu schnell. Neben diesen Spielen und einigen weiteren verstreuten Fuchteleinlagen gibt es in Flirt-Gewitter noch die Spiele, welche dem Spiel erst seinen Namen verleihen.