
Prolog: Wie alles begann
Vor langer Zeit bestand die Welt nur aus einem endlosen Ozean. Eines Tages jedoch erschienen Bionis und Mechonis auf ihr. Diese gigantischen Titanen kämpften in einem schier unendlichen Gefecht gegeneinander, bis schlussendlich beide gleichzeitig ihre ganze Kraft auf einen letzten Schlag konzentrierten und so nichts weiter übrig blieb als ihre leblosen Körper. Auf den Leichen der beiden riesigen Kreaturen entstand neues Leben. Auf dem Körper von Bionis entstanden die menschenähnliche Homs, die friedlich miteinander in verschiedenen Kolonien leben. Doch eines Tages attackierten die mächtigen Mechons die Bewohner von Bionis und der Frieden war vorbei. Hier beginnt auch die Geschichte von Xenoblade Chronicles.
Xenoblade Chronicles wurde von Monolith Soft entwickelt, die schon verantwortlich für die „Baten Kaitos“-Serie für den Gamecube oder die äußerst erfolgreich und beliebte Xenosaga Serie waren. Trotz des Namens hat jedoch Xenoblade Chronicles nichts mit der Xenosaga zu tun und wurde auch ursprünglich als Monado: Beginning of the World angekündigt. Man lebt und kämpft auf einem riesigen Titan? Für solche ungewöhnlichen Geschichten können doch nur die Japaner verantwortlich sein. Ob Xenoblade Chronicles nun eine Offenbarung für Rollenspiel Fans ist, könnt ihr in diesem Review erfahren.
Der Anfang von Xenoblade Chronicles und das Kampfsystem
Bei Xenoblade Chronicles hat man die Wahl zwischen der Steuerung mit Wii Fernbedienung zusammen mit Nunchuck oder dem Classic Controller. Beides steuert sich recht angenehm, doch dank dem extra Analog Stick kann man die Kameraperspektive angenehmer mit dem Classic Controller steuern. Habt ihr noch keinen Classic Controller, empfehlen wir die Limited Edition von Xenoblade Chronicles, die zusammen mit einem roten Classic Controller Pro ausgeliefert wird und nur ungefähr zehn Euro mehr kostet. Im Allgemeinen funktioniert die Steuerung gut, nur die Kamera tut manchmal nicht genau das, was man möchte. So kann in einem Kampf auch schon mal für einige Augenblicke ein Baum im Weg sein. Um hier Abhilfe zu schaffen, kann man aber die Geschwindigkeit der Kamera in den Optionen umstellen. Aber nun zur eigentlichen Geschichte:
Im Spiel beginnt ihr eure ersten Kämpfe als Dunban, Träger des legendären Schwertes Monado. Hierbei seid ihr im Krieg gegen die Mechons und beginnt automatisch mit einem Tutorial, das euch die grundlegenden Eigenschaften des Kampfsystems erklärt. Dem allen sei noch hinzugefügt, dass man ganz behutsam an die unterschiedlichen Aspekte des Spiels herangeführt wird. Man bekommt im Verlauf der Geschichte vereinzelt neue Fähigkeiten, die nach und nach gut dargestellt werden.
In Xenoblade Chronicles finden Kämpfe in Echtzeit statt. Hierbei gibt es jedoch keine Zufallskämpfe, sondern Monster laufen frei in der Gegend herum. Entschließt ihr euch zum Kampf oder werdet angegriffen, habt ihr nur die Kontrolle über einen eurer Charaktere. Gekämpft wird immer zu dritt, während die anderen beiden Spielfiguren von der KI gesteuert werden. Außerhalb von Kämpfen werden die Lebenspunkte automatisch regeneriert. Dementsprechend ist es wichtig, innerhalb des Teams jemanden zu haben, der diese regelmäßig heilen kann, denn Monolith Soft hat komplett auf Heilitems verzichtet. Dies spielt sich außergewöhnlich angenehm, da man sich so voll und ganz auf die einzelnen Kämpfe konzentrieren kann. Der Charakter, den ihr gerade steuert, führt automatisch Angriffe aus, sobald ihr euch in Reichweite eures angewählten Gegners befindet. Jede Spielfigur hat weiters verschiedene Techniken, die sie erlernen und einsetzen kann, diese werden am unteren Bildschirmrand in einer Leiste angezeigt. Setzt ihr eine Technik ein, müsst ihr eine gewisse Zeit warten, bis ihr sie wieder einsetzen könnt. Die
ses Cooldown-System ist vor allem durch Massive Multiplayer Online Games bekannt und außergewöhnlich in diesem Genre. Monster greifen jedoch nicht willkürlich eure Charaktere an. Hat eine Person den meisten Schaden verursacht, richtet sich ihr Zorn, sichtbar durch einen roten Kreis rund um den Charakter, gegen diese Person. Mit Fähigkeiten und Techniken kann man diesen Zorn aber umlenken oder senken.
Nach dem Tutorial vergeht virtuell ein Jahr. Dunbans rechter Arm wurde durch den massiven Einsatz von Monado schwer verletzt, sodass er es nicht mehr führen kann. Nun trefft ihr auf Shulk, den eigentlichen Protagonist der Geschichte. Eigentlich hatten alle geglaubt, dass die Mechons endgültig besiegt waren. Doch diese erscheinen, um die Heimatkolonie von Shulk anzugreifen und das noch zahlreicher als je zuvor. So muss er schließlich selbst zur legendären Klinge greifen. Nach einem harten Kampf und dem ersten Wendepunkt der Geschichte, wird Shulk mit seinem besten Freund Reyn aufbrechen, um die Welt endgültig von den metallenen Ungeheuern zu befreien. So beginnt das umfangreiche Abenteuer für die Wii.
Das Kampfsystem von Xenoblade Chronicles hat außerdem weitere interessante Aspekte. Neben Techniken hat jeder Charakter auch noch eigene Talente, die sich passiv auf eure Fähigkeiten auswirken. Wie ihr Talente und Techniken verbessern könnt? Im Spiel bekommt ihr neben euren Erfahrungspunkten (EP), auch noch Talent- und Technikpunkte (TaP und TeP). Stimmt die Harmonie der Gruppe, können eure Spielfiguren ihre unterschiedlichen Talente mit anderen teilen. Denn nicht nur in der Geschichte des Spiels, auch im Kampf stellt der Zusammenhalt der Gruppe eine wichtige Rolle dar. So müsst ihr euren Spielgefährten schon mal sprichwörtlich unter die Arme greifen, wenn sie von einem Gegner umgeworfen wurden, oder ihnen Mut zusprechen, wenn ihre Stimmung nachlässt. Zu diesem Zweck müsst ihr wie bei einem Quicktime-Event zum richtigen Zeitpunkt die B-Taste drücken und schon fühlt sich nicht nur der angespornte Charakter besser, auch eure Gruppenleiste füllt sich danach etwas. Ist diese voll, könnt ihr eine Angriffskette starten, bei der ihr nacheinander Techniken von allen Gruppenmitgliedern, die sich gerade im Kampf befinden, einsetzt. Es mag der Eindruck erweckt werden, zu wenig Einfluss auf das Kampfgeschehen zu haben, da man immer nur einen Charakter steuert. Doch jede Aktion, die man selbst tätigt, hat Einfluss auf die ganze Truppe.
Shulk entdeckt schon sehr früh, dass er durch das Schwert Monado die Fähigkeit bekommt, kurzzeitig in die Zukunft zu sehen. So könnt ihr zum Beispiel im Kampf Spezialtechniken eurer Gegner im Voraus sehen, und müsst darauf innerhalb weniger Sekunden reagieren, indem ihr mit einer entsprechenden Technik antwortet, eure Mitgefährten warnt oder andere Maßnahmen trefft, um den Charakter zu schützen und somit verhindert, dass dieser kampfunfähig wird. Warnt ihr eine Spielfigur, könnt ihr kurzzeitig selbst eine seiner Techniken auswählen und einsetzen. Das Wiederbeleben und auch das Warnen von Charakteren verbraucht einen Balken der Gruppenleiste. So muss man strategisch überlegen, wie man am besten vorgeht. Schon im Vorfeld eines Kampfes kann man zum Beispiel einzelne Gruppen von Gegnern weglocken, um sich diese einzeln vorzunehmen. Ein Nachteil des Kampfsystems ist, dass es sehr unübersichtlich werden kann, sobald ihr gegen viele Monster zur gleichen Zeit kämpfen müsst. Doch grundsätzlich ist es solide und dynamisch.
So müssen sich Shulk und Reyn gemeinsam mit dem legendären Schwert auf die Reise machen. Die Story selbst ist gut erzählt und wird in einzelne Kapitel unterteilt, wobei die meisten dieser Kapitel ähnlich einer Serie mit einem kleinen Wendepunkt in der Story enden. So bleibt die Geschichte rund um Monado spannend und unterhaltsam, sodass man immer erfahren möchte, wie es weiter geht. Doch mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.