
„Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.“ Ein Satz, den viele Comic-Fans kennen und sofort wissen um was es geht: In „Spider-Man: Edge of Time“ schlüpft ihr aber nicht nur in die Rolle von Spider-Man, alias Peter Parker, sondern nutzt auch die Fähigkeiten von Miguel O'Hara, Spider-Man aus dem Jahr 2099, um die Welt zu retten. Ob das Spiel mit dem sehr guten Vorgänger „Spider-Man: Shattered Dimensions“ mithalten kann, oder ob euer Spinnensinn klingeln und euch davon abraten wird das Spiel zu kaufen, könnt ihr in diesem Review nachlesen.
„Peter Parker? Miguel O'Hara hier ...“
Spider-Man ist tot. Das sind die ersten Bilder, die man nach dem Einschalten des Videospiels sieht. Nach einer Rückblende in die Zukunft beginnt die tatsächliche Geschichte: Miguel O'Hara, der dem zwielichtigen Wissenschaftler Walker Sloan nachspioniert, findet heraus, dass dieser plant in die Vergangenheit zu reisen, um mit dem Wissen der Zukunft die Firma Alchemax vorzeitig zu gründen und somit an Macht zu gewinnen. Als Spider-Man 2099 ihn gerade aufhalten will, durchschreitet Sloan ein Portal. O'Hara springt hinterher, doch wird er in der Pforte der Zeit aufgehalten und kommt zu spät: Es werden ihm einige Visionen aus der Vergangenheit offenbart und er sieht wie Peter Parker von Anti-Venom getötet wird. Zur gleichen Zeit scheint sich das futuristische Nueva York zu einem dunklen, von Alchemax beherrschten Ort zu verwandeln. O'Hara wird zu seiner Zeit zurückgeworfen und bleibt, weil er im Portal gefangen war, dadurch von Veränderungen der Zukunft unbeeinflusst. Zeitgleich wandelt sich auch die Vergangenheit. So sitzt Peter Parker, hier noch lebendig, im einen Augenblick als Zeitungsfotograf im Daily Buggle, im nächsten ist er plötzlich ein Mitarbeiter von Alchemax, ohne dass dieser auch etwas merken hätte können. Bis er plötzlich die Stimme von O'Hara im Kopf hört, denn mittels Peter Parkers DNA gel
ingt es ihm eine zeitliche Verbindung zu diesem herzustellen. Nach einer Warnung über dessen bevorstehenden Tod, beschließen sie Walker Sloan aufzuhalten. Wie dies alles nun real möglich sein soll, kann man hinterfragen, muss man aber nicht: Immerhin reden wir hier von einer Welt, wo Personen von mutierenden Spinnen gebissen werden und dadurch Superkräfte bekommen.
Sowohl die Geschichte selbst, als auch die Dialoge stammen aus der Feder vom brillanten Comic-Autoren Peter David und das merkt man dem Spiel an: Die Gespräche zwischen den beiden Superhelden sind amüsant, und beide haben immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Das unterhält den Spieler gut, und ist auch um einiges besser gelungen als noch im Vorgänger „Spider-Man: Shattered Dimensions“. Die Sprachausgabe ist ausschließlich auf Englisch, doch unterstützt immerhin deutsche Untertitel, die man je nach Bedarf an- und ausschalten kann. Auch wenn Peter Parker nicht mehr von Neil Patrick Harris gesprochen wird, hat man andere großartige Synchronsprecher gefunden, die diese Arbeit gut, zur Rolle passend, übernommen haben. Erwähnenswert ist ebenso, dass Walker Sloan von Val Kilmer gesprochen wird: Auch hier eine gute Wahl. Genauso ist der Sound des Spiels passend integriert.
Los, Netz! Flieg!
Bei der Steuerung hat sich Beenox anscheinend die Kritik von „Shattered Dimensions“ zu Herzen genommen: Während dort noch die Neigung der Wii-Fernbedienung entscheidend dafür war, ob Spider-Man starke, langsame oder schwächere, schnellere Angriffe vollführte, nutzt man nun das Steuerkreuz um Angriffe einzusetzen. Das funktioniert, zumindest wenn man sich an die Steuerung gewöhnt hat, besser als im Vorgänger. Wer jedoch die alte Möglichkeit bevorzugt, kann diese in den Optionen einstellen. Die Kamera gestaltet sich immer noch als recht schwierig: Vor allem wenn man sich auf Wänden oder Decken bewegt, ist es oft schwer diese richtig zu positionieren.