Viele erinnern sich bestimmt noch an Animal Crossing auf dem GameCube. Schon damals war alles vorhanden, was die Serie ausmacht. Als kleines, übertrieben putzig dargestelltes Kind zieht ihr in eine zufallsgenerierte Stadt und lernt dort Leute kennen. Sagte ich Leute? Ich meine natürlich Tiere, denn der einzige "Mensch" seid ihr selbst. Alle Mitbewohner in der Stadt sind Tiere, die jedoch menschliche Züge erhalten haben und somit aufrecht gehen und neben Fell oder Federn auch Kleidung tragen. Da ist logisch, dass romantische Motive wie in Harvest Moon wegfallen. Die eigentlichen Aufgaben in Animal Crossing sind Freundschaften zu knüpfen, die Stadt zu verschönern und vor allem ein immer größeres Haus zu haben. Und genau da setzt auch der Wii-Teil an...
Bringt die Geschichte ins Rollen!
Als erstes braucht ihr natürlich ein Haus. Nachdem ihr entweder eure Figur aus dem DS-Teil übernommen, oder aber im Bus in eure eigene Stadt mit ein paar nichtssagenden Fragen den Namen, das Geschlecht und das Aussehen eures neuen Charakters ermittelt habt, könnt ihr euch umsehen. Wie in der GameCube-Fassung gibt es vier Häuser, die aber dieses Mal quer in der Stadt verstreut stehen. Allesamt sind leider sehr winzig und einrichtungslos. Habt ihr euch für eines entschieden, steht ihr vor dem Animal-Crossing-Maskotchen schlechthin: Waschbär Tom Nook. Am ersten und einzigen Storyelement hat sich im Laufe der Evolution nichts geändert. Ihr habt kein Geld, um euer Haus abzubezahlen und Tom Nook hat "zufällig" einen kleinen Laden, in dem ihr den Kredit abarbeiten könnt. Dazu werft ihr euch in die Arbeitsuniform und verrichtet Botengänge und ähnliche Aufträge, die euch erstmals mit den Bewohnern eurer Stadt zusammenbringen. Und da ist inzwischen wirklich alles vorhanden. Bis zu 10 von 160 möglichen Tieren leben in eurer Stadt. Und inzwischen ist von Ameisenbären bis zu Spechten wirklich alles in jeder möglichen und unmöglichen Färbung dabei.
"Was muss man da machen??"
Nachdem eure Knechtschaft bei Tom Nook abgeschlossen ist, seid ihr frei. Und frei heißt frei. Ein festes Ziel gibt es nicht mehr. Lauft umher und macht, was immer ihr wollt. Und das Spektrum ist wirklich groß. Ihr könnt euer Haus einrichten, Bäume pflanzen, angeln, Insekten jagen, euch eure eigene Kleidung entwerfen, die Sammlung des stadteigenen Museums erweitern und noch viel mehr. Hier kommt der Faktor Zeit ins Spiel. Nintendo will, dass ihr täglich spielt. Jeden Tag haben Tom Nook und der Modeschneider ein anderes Angebot, jeden Tag gibt es neue Fossilien im Boden zu finden. In jeder Jahreszeit gibt es unterschiedliche Fische, Insekten und vor allem einzigartige Feiertage, die in dieser Version noch zahlreicher und vor allem realitätsnäher sind. Neben dem "Pokémon-Faktor", der das Sammeln aller Items betrifft, sorgt außerdem noch ein Punkt für Langzeitmotivation: Das Haus. Tom Nook baut euer Haus aus und verlangt dafür eine immer höhere Geldsumme. So hat man langfristig immer ein Ziel vor Augen. Da nur je eine Person ein Haus bewohnt, wurde die Zahl der verfügbaren Zimmer im Vergleich zum DS-Titel Wild World drastisch reduziert, nämlich auf 2 Stück + den Keller, der in diesem Teil sein Comeback feiern darf. Um an das massige Geld für die Ausbauten zu kommen, gibt es übrigens viele verschiedene Wege, aber wie auch schon in den beiden Vorgängern landet jeder irgendwann beim Meeresangeln, da dies schlicht und einfach der lukrativste Weg ist, an Geld zu kommen. Daran hätte man noch feilen können.