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    Spiel

    Tales of the Abyss

    Review - Seite 1:

    Es ist immer wieder erfreulich, wenn japanische Rollenspiele in den europäischen Raum gelangen. Ursprünglich erschien „Tales of the Abyss“ vor rund sechs Jahren für die Playstation 2, allerdings kam das Spiel nie zu uns. Seit letzten November ist es jedoch soweit und Besitzer eines Nintendo 3DS können auch hierzulande in das Vergnügen kommen ein anderes Spiel der „Tales of“-Serie zu zocken. Seit ich „Tales of Symphonia“ auf dem Gamecube gespielt habe, bin ich selbst ein Fan der Spielreihe, und so konnte ich es mir nicht nehmen lassen, letzte Woche das Spiel zu kaufen. Euer Glück: Denn so können wir euch nun mit einem weiteren Test erfreuen.

    Von Fonons und fon Fabre

    Das Wichtigste zuerst: Um „Tales of the Abyss“ spielen und genießen zu können, solltet ihr des Englischen unbedingt mächtig sein, denn es gibt weder eine deutsche Sprachausgabe, noch deutsche Untertitel. Deswegen werde ich auch in diesem Review sicherlich einige englische Ausdrücke verwenden, wobei ich natürlich versuchen werde, sie wenn möglich zu vermeiden. Wenn dies nun geklärt ist, weiter im Text: Da in „Tales of the Abyss“ gerade zu Anfangs verschiedene Fachbegriffe schnell in den Raum geworfen werden, beginne ich am besten mit einer kurzen Geschichtsstunde: Auldrant, der Planet auf dem ihr in „Tales of the Abyss“ lebt, besteht aus sechs Arten von sogenannten Fonons, der Materie dieser Welt. Eines Tages wurde eine neue Art entdeckt, genannt 'The Seventh Fonon', welches die Macht in sich trägt die Zukunft vorherzusagen. Die Menschen auf Auldrant glauben nun seit vielen Jahren an 'the Score', eine Prophezeiung von tausenden von Jahren an Gültigkeit, vorhergesagt durch Yulia, die einst ein mächtiger 'Fonist', also ein Magier, war und mittlerweile zu einer Legende geworden ist. So beherrscht 'the Score' das Leben der Menschen, die auf diese Weise auf Reichtum und Wohlstand in ihrer Zukunft hoffen und auch den jährlich vorgelesenen Vorhersagen vertrauen. In „Tales of the Abyss“ herrscht eine andauernde Anspannung zwischen dem Königreich von Kimlasca und dem Malkuth-Imperium. Ihr selbst übernehmt die Rolle von Luke fon Fabre, Sohn des Herzogs und Neffe des Königs von Kimlasca. Zugegeben: Selten habe ich einen Hauptcharakter gespielt, der mir zu Beginn so unsympathisch war wie er. Zu seiner Vorgeschichte: Wie in einem goldenen Käfig wurde er im Herrenhaus von der Außenwelt abgeschottet, weil er sieben Jahre zuvor entführt worden war. Daraus resultierend hat er keine Erinnerung mehr an Begebenheiten vor dieser Entführung. Durch die Isolation und Erziehung in der Villa seiner Eltern zu seinem eigenen Schutz wurde Luke arrogant seinen Mitmenschen gegenüber und äußerst naiv und selbstsüchtig. Um sich die Tage zu verkürzen, bekommt unser Hauptcharakter regelmäßig Kampftraining, dieses wird er auch benötigen, denn was er noch nicht weiß: Es ist nur eine Frage der Zeit bis er aus seinen goldenen Käfig unfreiwillig ausbricht. Dies sollte zum Einstieg in die Geschichte von „Tales of the Abyss“ genügen.

    Weder Schwarz, noch Weiß

    Natürlich ist Luke nicht der einzige Charakter im Spiel: Unter anderem gibt es noch Tear, ein im ersten Moment ernst wirkendes Mädchen, jedoch mit einer Schwäche für Niedliches, Guy, ein Diener im Hause fon Fabre und gleichzeitig Lukes bester Freund, oder Jade, ein mysteriöser, aber äußerst talentierter 'Fonist' und Colonel aus dem Malkuth-Imperium. Auch die weiteren Personen im Spiel, egal ob nun gut oder böse, zeigen verschiedenste Facetten: Nicht immer ist alles Schwarz oder Weiß, und genau das macht die Geschichte hinter „Tales of the Abyss“ sehr spannend. Gerade zum Ende hin, ist es - typisch für das Genre - gespickt mit unerwarteten Wendungen. Die Personen, allen voran Luke, entwickeln sich im Laufe der Story: So werden viele von ihrer Vergangenheit eingeholt oder offenbaren neue Seiten ihrer selbst. Die Geschichte hat sowohl ihre fröhlichen und lustigen Momente, aber auch ernstere Seiten, so werdet ihr auch erleben wie die ein oder andere Person ihr Leben lassen muss. Das Spiel sollte euch auf jeden Fall durchschnittlich fünfundvierzig Stunden lang beschäftigen, wer jedoch einigen Nebenaufgaben nachgeht, wird sicherlich etwas mehr Zeit benötigen. Für alle die an Anime interessiert sind: Von „Tales of the Abyss“ wurde 2008 auch eine 26-teilige Serie produziert, die die Geschichte des Spiels ebenso erzählt.

    Flex Range Linear … wtf?

    „Tales of the Abyss“ verwendet eine Weiterentwicklung des Linear Motion Battle Systems, das schon seit dem ersten Teil Bestandteil der „Tales of“-Serie ist. Kämpfe finden in Echtzeit statt: Insgesamt können vier Charaktere gleichzeitig in einen Kampf teilnehmen, wobei immer nur einer von euch selbst gesteuert werden kann. Üblicherweise wird auf einer horizontalen Linie gekämpft, jedoch kann man den eigenen Charakter per Tastendruck frei auf dem dreidimensionalen Feld herumlaufen lassen. Je nachdem wo sich der Gegner nun befindet kann man so zum Beispiel gegnerischen Angriffen ausweichen, oder einfach seine Position auf dem Kampffeld ändern.