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Der Wii U Test

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Inhaltsverzeichnis

Wii U Test
Die Hardware
Die Konsole
Das Gamepad
Hardware Fazit
Software
Die Oberfläche
Multimedia und Abspielfunktionen
Die Online-Features
Fazit
FAQ
Quellen

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Danke, Wii! Danke für sechs tolle Jahre mit vielen tollen Spielen. Dritthersteller haben es leider nicht immer gut mir dir gemeint, aber direkt von Nintendo gab es einige Titel, die auch noch heute stundenlang Spaß machen. "Super Mario Galaxy", "Mario Kart Wii", "Xenoblade Chronicles", "Zelda: Twilight Princess" und "Super Smash Bros. Brawl" sind nur einige der vielen Top-Titel, die uns in den letzten Jahren Spieleabende versüßt haben. Seit dem 30. November ist die Nintendo Wii aber alter Käse. Über 97 Millionen Stück wurden bis heute von dem weißen Klotz verkauft. Knapp vor der 100 Millionen-Marke schickt Nintendo aber die Wii in den Ruhestand. Zeit für HD! Zeit für neue Ideen! Zeit für die Wii U!

Die Wii U erscheint am 18. November 2012 in den USA, am 30. November 2012 in Australien und Europa und schlussendlich am 7. Dezember in Japan. Zum Start kommt die Wii U in Europa in drei Versionen auf den Markt: Es gibt ein Basis-Paket, ein Premium-Paket und ein limitiertes ZombiU-Premium-Paket.

Das Basis-Paket ist das günstigste Paket. Es enthält eine weiße Wii U-Konsole mit einem internen Flash-Speicher von 8 GB. Davon können ungefähr 3 GB genutzt werden, der Rest ist für die Software des Systems reserviert. Des Weiteren ist ein weißes Wii U GamePad mit weißem Touchpen, ein Wii U-Netzteil, ein Wii U GamePad-Netzteil und ein HDMI-Kabel (1,5m) mit dabei. Eine Sensorleiste, die notwendig ist, um unter anderem die Wii Remote Controller (Plus) zu steuern, ist nicht im Lieferumfang des Basis-Pakets enthalten. Dieses ist jedoch separat im Handel erhältlich, solltet ihr keine alte Sensorleiste von eurer Wii zur Verfügung haben. Das Basis-Paket ist für 299 Euro UVP erhältlich.

Wer allerdings das Rundum-Sorglospaket haben will, sollte zum Premium-Paket greifen. Es enthält eine schwarze Wii U-Konsole mit einem internen Flash-Speicher von 32 GB. Hier sind ungefähr 25 GB für Downloads nutzbar. Ebenfalls im Paket enthalten ist ein schwarzes Wii U GamePad mit Touchpen, eine Wii U GamePad-Ladestation, ein Wii U GamePad-Aufsteller, ein Wii U-Konsolenständer, ein Wii U-Netzteil, ein Wii U GamePad-Netzteil, eine Sensorleiste, und ein HDMI-Kabel (1,5m). Außerdem enthält das Premium Pack zusätzlich das Spiel "Nintendo Land" und eine Prämien-Programm-Mitgliedschaft Nintendo Network Premium bis Ende 2014, auf die wir später noch genauer eingehen werden. Das Premium-Paket ist für 349 Euro UVP erhältlich. Wer nicht unbedingt eine weiße Wii U haben möchte, bekommt hier eine Menge zusätzlich. Das beiliegende Spiel "Nintendo Land" kostet im Handel 50 Euro. Der Aufpreis von 50 Euro zur Basis-Version lohnt sich also sicherlich. So bekommt man mehr Speicher, mehr Zubehör und ein Spiel für einen geringen Aufpreis. Schade, dass die Wii U Premium-Version aber nicht in weiß erhältlich ist. Wer bisher nur weißes Zubehör der Wii gekauft hat, wird dieses zwar auch mit der schwarzen Wii U verwenden können. Farblich passt es dann aber nicht gut zueinander.

Zum Launch gibt es auch ein limitiertes ZombiU-Paket, das dem Premium-Paket in Sachen Ausstattung ähnelt. Es enthält ebenfalls eine schwarze Wii U-Konsole mit 32 GB internen Flash-Speicher, das Wii U GamePad in Schwarz mit passendem Touchpen, eine Wii U GamePad-Ladestation, einen GamePad-Ständer, einen Wii U Konsolenständer, ein Wii U-Netzteil, ein Wii U GamePad-Netzteil, eine Sensorleiste, und ein HDMI-Kabel (1,5m). Außerdem enthält das Paket ebenso die Prämien-Programm-Mitgliedschaft Nintendo Network Premium bis Ende 2014, einen Wii U Pro Controller und das Spiel Zombi U. Das ZombiU-Premium-Paket ist für 389 Euro UVP erhältlich. Dieses Paket lohnt sich vor allem für Käufer, die sich sowieso einen Pro Controller kaufen wollten, da der Preis im Einzelhandel für diesen rund 50 Euro beträgt und das Spiel ZombiU sogar zu einem unverbindlichen Verkaufspreis von 70 Euro in den Regalen steht.

Die Hardware

Die Konsole

Maße und Anschlüsse

Die Wii U ist 4,6 cm hoch, 26,8 cm lang, 17,2 cm breit, und wiegt 1,6 Kilogramm. Sie ist somit etwas größer und schwerer als ihr Vorgänger. Die Konsole besitzt vier USB-2.0-Anschlüsse, wobei zwei davon auf der Rückseite sind. Außerdem befinden sich auf der Hinterseite ein HDMI-, ein AV-, ein Sensorleisten- und natürlich ein Strom-Anschluss. Der AV-Anschluss ist der gleiche wie der von der Wii, extra gekaufte Komponenten-Kabel können also weiterhin verwendet werden. Auch die alten Sensorleisten sind kompatibel. Der Strom-Anschluss hat sich jedoch geändert, es führt leider kein Weg vorbei, den über die Jahre angestauten Kabelsalat aufzulösen und den neuen Strom-Adapter der Wii U anzustecken. An der Vorderseite befinden sich die restlichen beiden USB-2.0-Anschlüsse und ein Steckplatz für SD-Karten. Wer seine Wii U mittels LAN verbinden möchte, benötigt hierfür den (Wii) LAN-Adapter. Preis: ca. 13 Euro.

Stromverbrauch

Die Wii U ist in Sachen Stromverbrauch sehr sparsam. So verbraucht die Wii U im Standby gerade mal 0,22 Watt. Ist ein Spiel eingelegt (in diesem Fall war es "New Super Mario Bros. U") erreicht die Wii U ein Maximum von 33,0 Watt. [2]

Externe Speichermöglichkeiten

Die Wii U unterstützt SD Memory Cards von einer Größe bis 2 GB und SDHC Cards bis zu 32 GB [4]. Auf eine SD(HC) Karte können jedoch nur WiiWare- und Virtual Console-Titel gespeichert werden und nicht Wii U-Software damit zu verwendet werden. Um den internen Flash-Speicher zu erweitern, ist es auch möglich, externe USB-Speicher zu nutzen, wobei zu beachten ist, dass derzeit immer nur ein externes USB-Speichermedium zur selben Zeit benutzt werden kann. Die maximale Speicherkapazität dieser externen Speichermedien ist auf 2 TB (1 Terabyte = ca. 1000 Gigabyte) beschränkt. Das sollte fürs Erste aber ausreichen.

Ein System-Update im Dezember soll es ermöglichen, dass die Wii U auch größere Speichermedien erkennen kann. [2] Nintendo empfiehlt bei der Auswahl von externen Speichermedien Festplatten, die eine eigene Stromversorgung besitzen und über den USB-Anschluss mit der Wii U verbunden werden können. USB-Sticks können ebenso mit der Wii U verwendet werden, Nintendo empfiehlt hier jedoch keine wichtigen Daten zu speichern, da die am Markt erhältlichen Flash-Speichermedien nur begrenzt überschrieben werden können. Trotzdem können auch Spiele und andere Inhalte aus dem Nintendo eShop auf einen USB-Stick gespeichert werden.

Soll ein externes Speichermedium (externe Festplatte, USB-Stick) mit der Wii U verwendet werden, muss die Konsole zuerst ausgeschaltet sein, bevor es angeschlossen wird. Wird dieses Medium erkannt, nachdem die Wii U eingeschaltet wurde, wird gefragt, ob man das Speichermedium formatieren möchte. Zu beachten ist hier, dass bei der Formatierung alle Daten darauf gelöscht werden und man dieses nur noch auf dieser speziellen Wii U-Konsole verwenden kann. Bei Festplatten mit externer Stromzufuhr muss vor dem Einschalten dafür gesorgt werden, dass diese auch mit Strom versorgt wird.

Wii U Discs

Die Wii U verwendet ein eigenes Format für ihre Discs, die mit 25 GB eine ähnliche Speicherkapazität besitzen, wie das von Sony entwickelte BluRay-Format. Das Laufwerk der Wii U kann die Discs mit einer Geschwindigkeit von 22 MB/s lesen, was im Vergleich mit der Lesegeschwindigkeit der Xbox360 (15,95 MB/s) oder der PS3 (9 MB/s) sehr hoch ist [3]. Durch diese hohe Anzahl an Umdrehungen ist das Laufwerk der Wii U nicht vollkommen leise, doch ähnlich laut wie die Konsolen der anderen Hersteller.

Prozessor

Für alle technisch Interessierten hier nun ein paar innere Werte: In der Wii U ist ein IBM Power-basierter Multicore-Mikroprozessor und ein AMD Radeon-basierter High Definition Grafikprozessor auf einem Multi Chip Modul (MCM) verbaut. Sowohl CPU (Prozessor) als auch GPU (Grafik) stehen nahe aneinander. Die GPU soll auf ATI Radeons RV7xx-Generation basieren und ist beinahe fünf mal größer als die in der Wii U verwendete CPU. Es wird vermutet, dass die CPU im 45nm SOI Prozess und die GPU im 40nm Verfahren hergestellt wurde. Einige Webseiten konnten die Wii U bereits auseinanderbauen und so den Hardware-Aufbau genauer analysieren. In der Wii U sind rund 2 GB an RAM (vier 4 GBit SDDR3-1600 von Hynix) verbaut, die mit einer Datenübertragungsrate von 12.8 GB/s laufen. Die Speicherbandbreite wäre somit niedriger als die der PS3 und Xbox360. Laut einem in der Szene bekannten Hacker, soll die mit drei Kernen ausgestattete IBM CPU mit 1,24 GHz und die GPU mit 550 MHz getaktet sein [6]. Während die CPU vergleichsweise schwach klingt, hat sich Nintendo anscheinend auf eine stärkere GPU konzentriert. Ein richtiger Vergleich zur aktuellen oder zukünftigen Konsolengeneration in Sachen Leistung ist jedoch auf Grund der in der Wii U verwendeten Architektur und fehlenden Informationen seitens Nintendos schwierig.

Für alle jene, die diesen Part an Information übersprungen haben: Die Wii U liefert eine gute Grafik mit guter Technik, die den anderen aktuellen Konsolen bei weitem das Wasser reichen kann. Ob sie auch mal mit einer Playstation 4 oder Xbox720 (XBox Loop?) konkurrieren kann, wird sich herausstellen.

Datenübertragung

Alle Wii U-Modelle können über WiFi (IEEE 802.11b/g/n) mit dem Internet verbunden werden. Zum Streamen von Inhalten verwendet die Wii U außerdem einen eigenen von WiFi unabhängigen Controller, der das Streamen mit Hilfe von Miracast zwischen Wii U und dem GamePad mit sehr niedriger Latenz steuert. [2] Miracast bezeichnet hierbei den offenen Streaming Standard, den auch andere Hersteller nutzen können um Inhalte zwischen zwei Geräten zu übertragen. [5]

Des Weiteren verfügen manche Spiele über die Möglichkeit des sogenannten Off-TV Play. Dies bedeutet, dass ihr Spiele auf eurem GamePad unabhängig von eurem Fernseher spielen könnt. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass die Games diese Funktion auch unterstützen müssen, also die Entwickler diese in ihre Spiele eingebaut haben. Manchmal muss man zur Aktivierung des Off-TV Play einen Button am Touchscreen oder den TV-Knopf des GamePads drücken. Auch zum Launch der Konsole besitzen bereits viele Games wie "Assassin's Creed III", "New Super Mario Bros. U", "Darksiders II" oder "Nano Assault Neo" diese Möglichkeit.

Das GamePad

Bildquelle: nintendo-europe.com

Das Wii U GamePad der Wii U ist das Herzstück der neuen Nintendo Konsole. Es ist der Controller der Wii U, bei dem vor allem der 6,2 Zoll (~15,75 Zentimeter) Touchscreen ins Auge sticht. Dessen Auflösung beträgt 854 x 480 Pixel und liegt mit 158 PPI (Pixel pro Zoll) hinter anderen Tablets wie dem iPad. Wie Reggie Fils-Aime in einem Interview betonte, stellt der Bildschirm auch keine Konkurrenz zu den aktuellen Tablets dar, sondern soll die Spielerfahrung sinnvoll ergänzen [8]. Die Bilder auf dem Touchbildschirm wirken deswegen auch nicht so gestochen scharf, wie auf dem TV Bildschirm, bieten jedoch insgesamt eine gute Bild-Qualität. Der resistive (=druckempfindliche) Bildschirm erlaubt die Eingabe mittels Finger oder auch mittels eines Touchpens.

Darüber hinaus besitzt das GamePad zwei Analog-Sticks, die hineingedrückt werden können und ein Steuerkreuz. Es gibt wieder vier Action Buttons, die sich in diagonaler Anordnung unter dem rechten Analog-Stick befinden. "Start" und "Select" haben die zusätzliche Bezeichnung "+" und "-" von der Wii-Fernbedienung übernommen, sonst hat sich hierbei jedoch nichts verändert. Auf der Oberseite besitzt das Wii U GamePad nun vier digitale Schultertasten, die alle gut mit den Fingern erreichbar sind. Zusätzlich besitzt das Wii U GamePad nun einen Home Button, der zum Beispiel bei einem eingehenden Wii U Chat Anruf leuchten kann und zwei eigene Knöpfe, um die Konsole oder sogar den Fernseher ein- und auszuschalten. Es ist jedoch nicht nur möglich mit eurem GamePad alleine den Fernseher zu bedienen, sondern ihr könnt auch euren digitalen Receiver damit steuern, wenn dieser in der von Nintendo vorgefertigten und sehr ausführlichen Liste der Hersteller zu finden ist. Beim normalen Spielen sind alle Buttons gut erreichbar, da darauf geachtet wurde, dass die beiden Analog-Sticks leicht nach außen versetzt sind. Somit liegen diese in einem für die Finger besser erreichbaren Radius. Obwohl das GamePad mit einem ungefähren Gewicht von einem halben Kilo auf Dauer nicht gerade leicht ist, liegt es doch angenehm in der Hand. [7]

Im GamePad ist noch weitere Technik verbaut: So besitzt das GamePad wieder einen Beschleunigungs- und Gyrosensor für die Bewegungssteuerung und verfügt über einen geomagnetischen Sensor, der die Ausrichtung ähnlich wie ein Kompass registrieren kann. Außerdem befindet sich unter dem Steuerkreuz ein kleines Rechteck mit abgerundeten Ecken, worunter sich die drahtlose Nahbereichskommunikation (Near Field Communication, kurz NFC) befindet. Letztere könnte zum Beispiel in Zukunft benutzt werden um kleinere Objekte zu erkennen, wenn diese an das GamePad gehalten werden. Ansonsten wurden noch ein Mikrofon, Stereo-Lautsprechor, zwei Kameras und auch wieder eine Rumble-Funktion eingebaut.

Die Reichweite des GamePads zur Wii U kann relativ unterschiedlich ausfallen. Bei direktem Sichtkontakt zur Konsole kann das Signal ab sieben bis acht Meter schwächer werden. Dies bedeutet, ihr könnt euch sicher sein, dass ihr das GamePad im selben Raum benutzen könnt. Wände oder Hindernisse verändern jedoch die Signalstärke, sodass vermutlich noch im Nebenraum euer GamePad funktioniert. Die Reichweite hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab, wie die Platzierung der Konsole oder den Grundriss eurer vier Wände.

Die Möglichkeiten, die sich durch den Touchbildschirm des Wii U GamePads ergeben, sind vielfältig. Derzeit werden diese jedoch nur von wenigen Spielen ausgenutzt: Nintendo macht es mit "Nintendoland" vor und zeigt in zwölf spannenden Attraktionen einige Ideen, wie das Wii U GamePad in Zukunft neue Möglichkeiten bieten könnte. Man darf gespannt sein, doch die neue Steuerungsmöglichkeit besitzt großes Potential. Die Akkulaufzeit leidet durch die Größe des Bildschirms und oft wird man schon nach drei Stunden das Wii U GamePad anschließen müssen. Man darf hier jedoch nicht vergessen, dass auch weitergespielt werden kann, während das GamePad gerade auflädt.

Die Wii U Konsole unterstützt zwei Wii U GamePads zur gleichen Zeit, wobei noch kein Spiel bekannt ist, dass zwei GamePads nützt. Dementsprechend sind GamePads auch noch nicht separat im Handel erhältlich. Außerdem kann man mit der Wii U bis zu vier Wii-Fernbedienungen (Plus), vier Wii U Pro Controller und verschiedenes Wii-Zubehör wie Nunchuks, die Wii Classic Controller (Pro), Wii Speak, und das Wii Balance Board verwenden. [4]

Hardware Fazit

Insgesamt kann man mit dem Hardware Paket, das die Wii U liefert, zufrieden sein. Die Grafik kann mit der aktuellen Generation mithalten, aber man kann noch nicht völlig genau sagen kann, wieviel Power genau in der Architektur der Wii U versteckt ist und wie weit die Nintendo Konsole der Konkurrenz hinten nach stehen könnte. Natürlich ist hier auch entscheidend, wie die Prozessoren der neuen Konsolen von Microsoft und Sony aussehen werden. Doch man sollte keine Angst bezüglich der Leistung der neuesten Nintendo Konsole haben, denn man darf vermuten, dass die Wii U noch etwas Luft nach oben hat. Außerdem bietet die Wii U neue Möglichkeiten: Der neue Controller, das Wii U GamePad, ist nicht umsonst das Herzstück der Konsole. Es steckt sehr viel Technik in dem kleinen Gerät, liegt gut in der Hand und das Potential, das dieser bietet, ist enorm.

Software

Natürlich reicht es nicht aus, wenn eine Konsole nur gute Technik liefert. Auch die Software und das Betriebssystem (Operating System, kurz OS) des Geräts muss stimmen. Die Wii U kommt mit einem eigens entwickeltem OS, das die Hälfte des zur Verfügung stehenden RAM (1 GB) reserviert hat. Es ist natürlich möglich, dass hier Nintendo, ähnlich wie es Sony bereits bei der Playstation 3 getan hatte, später mehr RAM freigeben könnte.

Im Großen und Ganzen läuft das Betriebssystem sehr schnell und stabil. Allerdings sind die Ladezeiten, wenn man eine Anwendung startet oder sie wieder verlässt, etwas zu lang geraten.

Die Oberfläche

Die Wii U bringt sowohl auf dem Fernseher als auch auf das GamePad eine eigene Menü-Übersicht. Standardmäßig befindet sich auf dem Fernseher das Mii Wara Wara. Hinter diesem lustigen Namen verbirgt sich eine Übersicht mit vielen Miis, die unter verschiedenen Spiele-Icons gesammelt sind. Die Miis sind von Spielern, die zur jeweiligen Anwendung im MiiVerse einen Kommentar abgegeben haben. In der Mitte des Mii Wara Wara befindet sich euer Mii und einige eurer Freunde. Alle paar Sekunden wechselt der eingeblendete Kommentar. Auf dem GamePad hingegen präsentiert sich der bereits bekannte "Kanal-Look". In 3 mal 5 Kästchen pro Seite befinden sich Anwendungen, die ihr direkt starten könnt. Natürlich können die Ansichten auch gewechselt werden, damit ihr das Mii Wara Wara auch auf dem GamePad besuchen könnt.

Software ist nach dem ersten großen Systemupdate reichlich vorhanden. Wie vom 3DS bekannt gibt es einen Aktivitätslog. Die Anwendung zeigt euch detailliert, wie viel Zeit ihr mit welcher Anwendung verbracht habt. Natürlich hat es auch die bekannte Mii Maker Anwendung auf die Wii U geschafft. Mit ihr könnt ihr neue Miis erstellen und eure erstellten Miis bearbeiten. Ähnlich wie beim 3DS könnt ihr auch Mii-QR-Codes erstellen oder einlesen und auch eine neue Figur aus einem Foto erstellen, welches ihr mit der eingebauten Kamera auf dem Wii U Gamepad knipsen könnt. Auch ist es möglich, euren bereits bestehenden Mii vom 3DS auf die Wii U zu transferieren.

Auch gibt es auch eine Unterstützung für alte Wii-Software und Anwendungen. Dazu muss zuerst die Anwendung "Wii-Menü" gestartet werden. Die Wii U schaltet dann in den Wii-Modus. Alle Wii U Funktionen wie das MiiVerse oder die Freundesliste sind dann nicht mehr verfügbar.

Für all jene, die bereits eine Wii zu Hause stehen haben und viele Savegames oder Virtual Console- bzw. WiiWare-Titel auf dem System gespeichert haben, bietet Nintendo einen "Wii zu Wii U Transfer" an. Auf diesem Weg habt ihr die Möglichkeit, alle Wii-relevanten Daten auf die neue Konsole zu übertragen. Alles, was ihr dazu benötigt, ist neben den beiden Konsolen auch mind. eine 512 MB große SD-Speicherkarte. Wenn ihr viele Spiele aus dem Wii Shop heruntergeladen habt, empfiehlt es sich, gleich eine Karte mit mehr Speicherplatz zu verwenden.

Um den Transfer durchzuführen, steckt ihr die SD-Karte zuerst in die Wii U ein und startet den Wii-Transferkanal. Folgt den auf dem Bildschirm angezeigten Anweisungen. Anschließend wird die Karte in die Wii eingeschoben, wo der eigentliche Transfer stattfindet. Das kann einige Minuten in Anspruch nehmen. Die Zeit überbrückt Nintendo mit einer netten Pikmin-Animation, in der ihr den kleinen Wesen bei der Datenübertragung zusehen könnt. Ist das abgeschlossen, steckt ihr die SD-Karte wieder in die Wii U und startet dort erneut den Transferkanal. Nach wenigen Augenblicken könnt ihr eure alten Daten auf der Wii U begrüßen. Ein wichtiger Hinweis: Beim Transfer werden alle Daten auf der Wii-Konsole gelöscht, die dann nicht mehr wiederherstellbar sind. Achtet darauf, dass alle Stecker sitzen und die Konsolen nicht unabsichtlich ausgeschaltet werden. Das könnte zu einem Datenverlust führen!

Multimedia und Abspielmöglichkeiten

Die Wii U ist eine Spielekonsole. Ein Spielzeug. Leider hat Nintendo keinerlei Platz für Multimediafunktionen übriggelassen. DVDs abspielen? Nö. BluRays? Wo denkt ihr hin! Video- oder Audiofiles übertragen und abspielen? Ebenfalls nicht möglich. Auch, wenn ihr im Browser ein MP3-File oder ein Videofile abruft, wird diese nicht abgespielt. Multimediamäßig ist die Wii U also ein kompletter Reinfall. Hatte die Wii noch einen Fotokanal mit dem man Fotos von einer SD-Karte betrachten kann, findet man auch hierzu nichts auf der Wii U.

Die Playstation 3 hat als Konsole fürs Heimnetzwerk klar die Nase vorne. Mit wenigen Mausklicks kann man Filme oder Fotos vom PC auf die Konsole streamen. Auch die Xbox360 bietet seit geraumer Zeit die Möglichkeit Filme, Musik und Fotos anzuzeigen. Ob die Wii U jemals neue Multimediafunktionen erhält steht in den Sternen. Die Zukunft hierbei sieht düster aus.

Die Online-Features

MiiVerse und Freundesliste

Online möchte Nintendo so einiges besser machen als in den vergangenen Zeiten. Erste gute Nachricht: Die nervigen Freundescodes fallen weg. Ihr erstellt euch nun eine Nintendo Network ID und andere User können euch anhand eures Usernamens hinzufügen. Ihr erhaltet dann eine Freundesanfrage, die ihr akzeptieren oder ablehnen könnt. In der Anwendung MiiVerse könnt ihr dann mit euren Freunden Nachrichten schreiben. Allerdings macht die Anwendung keinen flinken Eindruck. Zum Chatten ist sie eher nicht geeignet. Eher für das kurzweilige austauschen von gezeichneten oder geschriebenen Nachrichten. Außerdem gibt es im MiiVerse auch Communities. Hier bekommt jede verfügbare Anwendung für die Wii U ein eigenes Forum. In ihm kann jedes Nintendo Network Mitglied Nachrichten schreiben. Diese werden dann wie bei Twitter in einer langen Liste aufgereiht. Die neuesten Nachrichten stehen dabei oben. Tolle Beiträge könnt ihr mit einem "Yeah!" (wie bei Facebook das "Gefällt mir") auszeichnen. Insgesamt ist MiiVerse eine schöne Anwendung, um sich mit anderen Spielern auszutauschen, da man auch Screenshots posten und Fragen stellen kann, wenn man mal nicht weiter weiß. Die Freundesliste ist eine eigene Anwendung außerhalb des MiiVerse. Hier könnt ihr sehen, ob eure Freunde online sind und welches Spiel sie gerade Spielen. Mit der Anwendung "Wii U Chat" könnt ihr auch schnell einen Videoanruf zu eurem Freund starten. Die Qualität der Anrufe ist zufriedenstellend und es kam bei unseren Tests zu keinen Verzögerungen oder Bildaussetzern.

Internet Browser, YouTube und mehr

Auch ein Internetbrowser und eine YouTube-Anwendung sind mit an Bord. Wie schon beim Nintendo 3DS handelt es sich beim Wii U Browser um einen auf WebKit basierenden NetFront Browser. Der Internetbrowser lädt Seiten äußerst schnell und funktioniert auch besser als auf anderen Konsolen. Ebenso klappt die Bedienung zusammen mit dem GamePad wunderbar flüssig. Der Browser unterstützt HTML5, verzichtet jedoch auf Java und Flash Unterstützung.

Angenehm ist hier die Möglichkeit per Knopfdruck die Seite auf dem Fernseher hinter einem Vorhang verschwinden zu lassen bzw. diese dann schnell wieder präsentieren zu können. Die Wii U besitzt eine eigene YouTube Anwendung, diese funktioniert gut, doch schneller klappt immer noch der Aufruf eines Videos auf einem Tablet oder Computer. Wer die YouTube Anwendung verwendet, bekommt Informationen zu den Videos direkt aufs GamePad. Natürlich kann man sich auch in der YouTube App anmelden und sieht so Kanäle, die man selbst abonniert hat. Die App selbst besteht hauptsächlich aus einer langen Liste von verschiedenen Kategorien. Hat man sich für eine Kategorie entschieden, kann man auf der rechten Seite die Videos mittels Analog-Stick anwählen und ansehen. Wenn man ein Video fertig angesehen hat, wird automatisch das nächste in der Liste geladen. Vorsichtig muss man hier jedoch sein, dass man sich mit dem Analog-Stick nicht verdrückt und ungewollt die Kategorie wechselt. Ein weiterer Nachteil (im Gegensatz zur Nutzung von YouTube über den Wii U Browser) ist, dass man keine Kommentare verfassen oder Videos mit anderen teilen kann. Je nach eigenem Geschmack kann aber auch die YouTube App ihre Vorteile haben. Die installierte Lovefilm-Anwendung kann derzeit noch nicht verwendet werden, denn der Service wird bisher nur in Großbritannien unterstützt.

Online Fazit

Online macht die Wii U so einiges besser als ihre Vorgängerin. Endlich keine Freundescodes mehr und die Anwendungen laufen stabil und flüssig. Aber dennoch bleiben einige Fragezeichen offen. Der interne Videochat wird wohl eine der Anwendungen werden, die man einmal ausprobiert und dann nie mehr benutzt. Ähnlich wie das geschlossene Facetime-System bei Apple werden nur wenige Anwender sich regelmäßig per Video unterhalten. Eine Skype-Anwendung beispielsweise hätte hier mehr Sinn gemacht. Viele der Applikationen wirken noch nicht vollständig ausgereift, was sich anhand von langen Ladezeiten sowohl beim Starten als auch beim Verlassen zeigt. Außerdem ist es schade, dass es keine direkte Chatfunktion zum Verabreden mit Freunden gibt. Das TVii noch nicht verfügbar ist, lässt sich ja noch verschmerzen. Als Nintendo-Fan ist man große Firmware-Updates gewohnt und diese werden die Wii U auch in Zukunft zu einer schicken Online-Konsole machen. Der Internetbrowser, die Download-Verwaltung und der schicke eShop sind auf jeden Fall ein sehr guter Anfang.

Fazit

Die Wii U ist ein gelungenes Stück Hardware. Es gibt einige gute Gründe 300 Euro bei einem Händler auf den Tisch zu legen und sich eine Konsole mitzunehmen. Bei den Onlinefunktionen hat Nintendo so einiges dazugelernt und das GamePad ist bei vielen Spielen eine sinnvolle Ergänzung. Wii U-Käufer bekommen von Nintendo in nächster Zeit ein großes Angebot an Software wie neue Mario-Titel und ein neues Zelda und eine komplett neue Spielerfahrung mit dem GamePad. Wenn sich die Wii U gegen Sonys Playstation 3 oder Microsofts Xbox360 behaupten will, ist sie mit den Konkurrenten auf vielen Punkten gleichauf. 2013 wird also ein spannendes Jahr, aber wenn Microsoft oder Sony eine neue Konsole vorstellt, könnte es für die Wii U eng werden. Die Wii U wird technisch eher nicht mit der nächsten Xbox-Generation mithalten und im Bereich Multimedia wird sie auch gegen eine Playstation 4 den Kürzeren ziehen. Doch ohne konkrete Vorstellungen was die NextGen Konsolen von Sony und Microsoft leisten können und wie viel diese kosten werden, ist es schwer, genaue Prognosen über die Zukunft der Wii U zu machen. Schlussendlich wird auch entscheidend sein, wie Third-Party-Developer die neue Konsole unterstützen. Eines ist aber sicher: Nintendo ist immer für eine Überraschung gut.

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FAQ


Autoren: Florian Nichtawitz und Anton Porsche
Korrektur: Marc Heiduk
© NPack.de - 01.01.2013

Quellen

[1] Wii auf Wikipedia, http://www.wikipedia.org/wiki/Wii
[2] Wii U Teardown, http://www.anandtech.com/show/6465/nintendo-wii-u-teardown
[3] Wii U Hardware Specs, http://bgr.com/2012/09/13/nintendo-wii-u-hardware-specs-revealed/
[4] Wii U FAQ http://www.nintendo.de/Kundenservice/Wii-U/FAQ/-bersicht-667565.html
[5] Miracast, http://de.wikipedia.org/wiki/Miracast
[6] Hacker Twitter Meldungen, http://www.neogaf.com/forum/showthread.php?t=501905
[7] Wii U GamePad, http://en.wikipedia.org/wiki/Wii_U_GamePad
[8] E3 2011 Reggie Fils-Aime Interview, http://www.youtube.com/watch?v=jUgEkEzFLmE

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